Wir sind stolz euch heute den zweiten Teil der einzigartigen neuen Chronik des SV Ehrang 1910 e.V. präsentieren zu können!

Das PDF lässt sich auch hier herunterladen.

Der SV Ehrang 1910 e.V. – Chronik 1910-2021

Die Geschichte unseres Vereines

Verfasser: Tobias Schmitt
– teilweise erstellt unter Verwendung der Arbeiten von Hermann-Josef Franz und Herbert Görgen –

Dies ist der zweite Ausschnitt der in Erstellung befindlichen neuen Chronik des
Sportvereins Ehrang 1910 e.V. Es werden weitere Ausschnitte folgen.

Gründung und erste Jahre – Teil 2 (Auszug)

v.l.: Paul Müller, Alois Roos, Ignaz und Benedikt Döpp, Johann Müller, Matthias Thurn, Willi Reden,
Paul Görgen, Franz Wagner, Anton Döpp, Johann Herz

Die Zeit von 1920 bis 1930 war für denSV Ehrang 1910 e.V. eine sehr erfolgreiche und in der Rückschau betrachtet,
äußerst glückliche Zeit. Diese Zeit wurde geprägt durch einen hohen sportlichen Idealismus, einen enormen Zusammenhalt, auch außerhalb des Vereins, sowie durch einen fröhlichen Optimismus. Ab 1927 wurde auf dem Gelände zwischen dem Marienkrankenhaus und der heutigen Umgehungsstraße, der „Fußerwiese“ gespielt. Die Sportanlage wurde hier mit Bretterzaun und Tribüne in Eigenleistung der Vereinsmitglieder geschaffen.

Im Jahr 1932 hatte die Abschlusstabelle der Trierer Liga folgendes Bild:
1. Eintracht Trier 06, 2. SV Ehrang, 3. SV Wittlich, 4. Konz-Karthaus, 5. SV Phönix, 6. FV Hansa, 7. SV Bitburg, 8. SV Kröv, 9. SV Prüm.

Im Jahre 1939 nahm die Leichtathletikabteilung des SV Ehrang am Großstaffellauf „Rund um die Altstadt“ in Trier teil. Hier konnte der 1. Platz in der Klasse für Fußballvereine errungen werden. Die Leichtathletik war im Verein neben dem Fußball ein sportlicher Schwerpunkt bis in die 1950er Jahre. Der Krieg war auch für die Leichtathleten eine Zäsur.

Ortsmeisterschaft am 08.08.1937:

v.l. Matthias Klein, Paul Görgen, Karl Ahnen, Jakob Kohley, Josef Dasbach, Hillarius Brill  

Die Zeit in der Diktatur zwischen den Jahren 1933 und 1945 war für die Menschen sowie gleichsam für das Vereinswesen nicht günstig und sehr schwierig. Die Vereine wurden gleichgeschaltet. Auch die Verkümmerung des sportlichen Ziels rein hin auf ein militarisiertes Ziel der Wehrertüchtigung zerstörte den Sport. Die sportlichen Leistungen blieben zwar hoch, aber die Breitenarbeit wurde vernachlässigt. Die Saison 1939/40 begann für den SV Ehrang 1910 e.V. am Sonntag, den 1. Oktober 1939, gerade einmal einen Monat nach Kriegsbeginn. Der SV Ehrang siegte daheim mit 5:4 gegen die Mannschaft der Reichsbahn Trier.

v.l.: Bernhard Leinweber, Peter Schmidt, Alois Roos, Josef Kirschner, Paul Müller, Paul Görgen, Ignatz Döpp, Johann Müller, Karl Kein, Gerhard Dixius, Anton Döpp, Hans Herz, Anton Hortt, Karl Görgen, Hillarius Feller

Am 24. und 25. März 1940 spielte der SV Ehrang beim Osterfußballturnier, an dem alle Mannschaften des Trierer Bezirkes teilnahmen. Dieses Turnier fand in den „Stadien“, so die Zeitung damals, von Trier, Ehrang und Heiligkreuz statt. Sieger wurde bei den Spielen im Trierer Stadion die Wehrmachtself. In Ehrang gewann der SV Ehrang als gastgebender Verein das Finale knapp mit 2:1 gegen Mertesdorf und wurde somit hier Turniersieger. Am 8. September 1940 besiegt der SV Ehrang 1910 e.V. Eintracht Trier auswärts mit 2:1.

Die Ehranger Mannschaft kurz vor dem zweiten Weltkrieg war sehr stark, sie stand 1940 kurz vor der Meisterschaft, als der Krieg ausbrach. Die aktiven Spieler des SV Ehrang wurden in alle Winde verstreut. Es spielten lediglich zwei Jugendmannschaften weiter. Von der Mannschaft des SV Ehrang 1910 e.V., die vor dem 2. Weltkrieg so erfolgreich spielte (siehe Foto), sind folgende Spieler im Krieg gefallen[1]:

  • Alois Roos (* 16.09.1908 – + 15.03.1942 in Russland),
  • Franz Wagner (* 11.04.1911 – vermisst 08.08.1944 in Falaise/Normandie-Frankreich, Nachricht hiervon an die Verwandten am 16.08.1944),
  • Ignaz Döpp (* 02.01.1914 -+ 08.07.1943 in Russland),
  • Gerhard Dixius (* 07.10.1908 – + 11.03.1944 in Russland,
  • Anton Döpp (* 23.10.1901 – + 23.11.1944 (auf der Halbinsel Sworbe in Estland)
  • Paul Müller (* 03.06.1907 – + 30.11.1944 in Russland)

In Liebe und Dankbarkeit gedenken wir ihnen!

 

– …Fortsetzung folgt! –

[1] Vgl. Werner Schuhn: „Die Ehranger und Quinter Toten des Zweiten Weltkrieges“, in: „Ehrang – Landschaft –
Geschichte – Gegenwart“, Band I, S. 290ff./„Ehranger Vermißten des 2. Weltkrieges“, in: „Verein Ehranger
Heimat e.V.“ (Hrsg.): „Ehranger Heimat – Band 4: Jahrgänge 1951-1956“, Neuauflage, Ehrang 2007, S. 344.